Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Die Krise wird das Konsumverhalten nachhaltig verändern. Unternehmen, welche die Signale erkennen, setzen auf neue Produkte.
Die Krise beschreibt ein Phänomen, welches in verschiedenen Disziplinen wie Medizin, Psychologie, Systemtheorie, Soziologie oder den Wirtschaftswissenschaften auf unterschiedliche Weise beschrieben wird.
Im Wesentlichen bezeichnet die Krise aber immer eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation, oder anders formuliert, die Krise beschreibt eine Situation, in der man sich entscheiden muss, wie es weiter gehen soll, weil es so wie bisher nicht mehr funktioniert.
Über die Ursprünge der Krise zu lamentieren, sich zu ärgern, Ängste zu haben oder windigen Finanzjongleuren und kurzsichtigen Politikern sonstetwas zu wünschen ist legitim, hilft aber nicht weiter. Zudem sollten wir uns auch die Frage stellen, ob die Entwicklungen der letzten Jahre ohnehin nicht bald ein Ende gefunden hätten.
Mit der gegebenen Distanz fällt es leicht, dem Konsumentenverhalten der US-Amerikaner und deren maßloser Verschuldungsideologie mit Kopfschütteln zu begegnen. Doch sieht es in anderen Märkten, auch bei uns, nicht vergleichbar aus?
Hat die Krise uns nicht aus einem Konsum(alp)traum gerissen, in dem alle glaubten alles haben zu müssen und vermeintlich auch haben zu können?
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"Kauf Dich glücklich" war die Devise, doch nun, wo der Traum vorüber ist, stellen wir fest, dass wir viele Dinge, die uns umgeben, gar nicht benötigen. Als Resultat leben wir seit einigen Monaten in einer Welt in der (endlich) überlegt wird, was man wirklich braucht und kauft.
Hier liegen die Chancen.
Jeder Entscheider, jedes Unternehmen, ob kleiner Mittelständler oder Konzern, muss sich nun fragen, welche Konsequenzen jetzt aus der aktuellen Situation zu ziehen sind. Eine Konsequenz ist, dass die Finanzkrise für Unternehmen nicht in einer Produktkrise münden darf.
Unternehmen werden nach wie vor Produkte und Dienstleistungen anbieten und Konsumenten werden diese kaufen, wenn auch in einem reduzierten Umfang.
Die Notwendigkeit für eine Beschaffung wird vom Konsumenten zunehmend überdacht werden und dieser sich zu einem hinterfragenden Konsumenten entwickeln. Gleiches gilt für den Handel.
Als Resultat werden Auswahlkriterien wie Funktionalität, Qualität, ein langer Gebrauchswert und Innovation im Fokus stehen und die Marken- und Produktlandschaften mittelfristig stark beeinflussen. Die Reflexion dieser Auswahlkriterien wird sich für Unternehmen zu einer Schlüsseldisziplin entwickeln müssen.
Unternehmen, die jetzt abwarten und notwendige Entwicklungen und Neu-Positionierungen anstehender Produktgenerationen aufschieben, werden in naher Zukunft Marktanteile gegenüber jenen verlieren, die heute aktiver denn je Produkte für die Bedürfnisse von morgen entwickeln und so gestärkt aus der Krise hervorgehen.
Gute Zeiten für Innovationen.